Warum passen Zigaretten so gut zu Kaffee und Espresso

Viele von uns kennen folgende Situation nur zu gut. Man trinkt gemütlich eine Tasse Kaffee und will dazu unbedingt eine Zigarette rauchen. Nicht selten wird direkt nach dem Verlassen des Bettes am frühen Morgen die Kaffeemaschine aufgesucht und wenige Minuten später stellen Kaffee und Zigarette das erste Frühstück dar. Auch in Cafés beobachten wir sie tagtäglich zu Hauf – Liebhaber einer vollen Tasse Kaffee mit einem Glimmstängel in der Hand. Regisseur Jim Jarmusch hat unser Verlangen nach Koffein und Nikotin in seinem 2003 erschienenen Kultfilm „Coffee and cigarettes“ auf die Leinwand gebracht. In mehreren Kurzfilmen schütten sich die Darsteller mit dem koffeinhaltigen Heißgetränk zu und ziehen genüsslich am Glimmstängel. Auf subtile Weise wird uns vor Augen geführt, dass Kaffee und Zigaretten eine hervorragende Mischung sind.

Stimulierende Wirkung des Kaffees

kaffee und zigarette

Im Rahmen einer an der Universität von Coimbra in Portugal durchgeführten Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass Koffein in stressigen Situationen bestimmte Mechanismen im Gehirn blockiert – hierzu zählt die Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffs Adenosin – und dadurch Müdigkeit, Vergesslichkeit und Angst unterbunden werden. Der anregende und wachmachende Effekt von Koffein beginnt circa 30 Minuten nach dem Trinken und seine Halbwertszeit im Körper eines Nichtrauchers beträgt etwa vier bis fünf Stunden. Raucher bauen den Muntermacher Koffein hingegen um 30 bis 50 Prozent schneller ab, sodass die Halbwertszeit hier deutlich verkürzt ist. Spätestens nach etwa 3,5 Stunden ist die stimulierende Wirkung des Heißgetränks komplett vorüber. Koffein kann somit zu einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit beitragen und zu einem entsprechenden Leistungshoch verhelfen.

Zigarette dient der Beruhigung

Während manche Stoffe durch den Koffeinkonsum blockiert werden, werden die Stresshormone Kortisol und Adrenalin vermehrt ausgeschüttet bzw. im Fall des Adrenalins zusätzlich dessen Wirkung verstärkt. Ein Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz können die unmittelbare Folge sein. Das schneller schlagende Herz und das damit verbundene aufgeputschte physische Empfinden ruft sowohl bei aktiven als auch bei ehemaligen Rauchern nicht selten das Verlangen nach einer beruhigenden Zigarette hervor. Hier besteht die Gefahr, dass der feste Wille mit dem Rauchen aufzuhören schnell gebrochen oder aufgeschoben wird. Das Ziel des Nichtrauchens misslingt und rückt in weite Ferne. Viele Menschen machen daher die Erfahrung, dass der Genuss der gewohnten Tasse Kaffee gleichzeitig der Auslöser des Wunsches nach einer Zigarette ist. Aus der sogenannten Kaffee-Falle lässt sich nur durch ein nach und nach abnehmenden Kaffeekonsum entkommen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um normalen Kaffee oder echten Espresso aus einer Siebträgermaschine (siehe dazu www.siebland.com) handelt. Eine zum Erfolg führende Möglichkeit kann sein, nach der morgendlichen Tasse Kaffee oder Espresso keine weitere zu trinken. Zudem sollte man sich die Frage stellen, ob die Tasse Kaffee tatsächlich zu einer Leistungssteigerung beiträgt oder dieser Effekt- aufgrund eines regelmäßigen Kaffeegenusses – nachlässt, da sich der Organismus im Laufe der Zeit anpasst.

Zigarette als Täuscherin

Das im Kaffee enthaltene Koffein stellt ein Nervengift dar, welches zur Gruppe der Alkaloide gehört und Trimethylxantin genannt wird. Da es in der Regel sehr heiß genossen wird, werden die Geschmacksnerven sehr stark beeinträchtigt. In Verbindung mit einer Zigarette gewinnt man dadurch leicht den Eindruck, dass die Zigarette wahnsinnig gut schmeckt. Angenehme Dinge erscheinen somit schöner und intensiver. Die Vermutung liegt also nahe, dass Raucher insbesondere deshalb zum Glimmstängel greifen, weil sich dadurch ihr Erleben sowie ihre Gefühle beeinflussen lassen. Tatsächlich schmeckt die Zigarette allerdings nicht besser, sondern lediglich weniger schlecht.

Verwendete Quellen:

http://arbeitskreis-krankenversicherungen.de/erschwert-kaffee-das-aufhoeren-mit-dem-rauchen-11493/